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Abiturfeier in Stein

Am Freitag, den 6.05.2011 war es endlich soweit: den Abiturienten und Abiturientinnen wurde in feierlichem Rahmen ihr Abiturzeugnis ĂŒbergeben. Ein entscheidende Rolle im Festakt sind immer die persönlichen Worte von Gesamt- und Internatsleiter Sebastian Ziegler und Schulleiter Wolfgang Motzer. Auch in der Festrede des Schulleiters standen Gedanken an die Abiturienten und Abiturientinnen im Mittelpunkt. Hier ein Ausschnitt aus der Ansprache:

Liebe Abiturientinnen und Abiturienten
sehr verehrte Eltern und Angehörige unserer Abiturienten,
liebe Fam. Ziegler, liebe Kolleginnen und Kollegen,
sehr verehrte GĂ€ste, liebe Steiner –

Ihr, liebe Abiturientinnen und Abiturienten, seid der Grund, warum wir heute hier sind und einen Grund zum Feiern haben: heute dĂŒrft Ihr Eure Schulzeit erfolgreich abschließen und bekommt nachher Eure Abiturzeugnisse ĂŒberreicht. Ein langer Weg – ein Weg mit Hindernissen, manchmal kurvenreich – manchmal mit Um- und möglicherweise Irrwegen. Aber hoffentlich auch mit vielen vielen erfolgreichen Etappen – und das, was heute zĂ€hlen soll, ist das Ziel: Euer bestandenes Abitur. Dazu möchte ich Euch auch an dieser Stelle nochmals recht herzlich gratulieren, meine Anerkennung aussprechen und meinen Respekt fĂŒr Geleistetes zollen.

Endlich ankommen – am Ende vieler Wege, gemeinsam beschrittener Pfade. Wir freuen uns, dass wir Abschnitte dieser Wege mit Euch gehen durften – mit manchen die ganze Gymnasialzeit, mit manchem nur kurze Zeit – ja gar nur die letzte Jahresetappe. Es gab viele Begleiter auf diesen Wegen – wichtige Begleiter, und die Bedeutung von manchem werdet ihr vielleicht erst spĂ€ter begreifen können. Ich möchte an dieser Stellen allen Begleitern danken. Ein wichtiger Begleiter waren Sie, liebe Eltern. Danke dafĂŒr, dass Sie uns Ihre Kinder anvertraut haben – und ich hoffe, wir haben immer gemeinsame Wege gefunden, die zum Erfolg gefĂŒhrt haben. Und neben diesem Dank möchte ich Ihnen natĂŒrlich auch gratulieren – dass Sie mit gefiebert haben, weiß ich ja, und wie Sie sehen, es hat sich gelohnt. Mein weiterer Dank gilt allen Kolleginnen und Kollegen aus Schule, aus Heim und Verwaltung. Immer mal wieder an die Hand nehmen – gemeinsam Wege gehen, immer wieder loslassen, weil man von Euch ja auch erwartet selbst die richtigen Wege einzuschlagen – dann aber wieder zupacken, hintergehen oder gar eilen, oder einfach mal nur Zeit haben – fĂŒr dieses kontinuierliche Begleiten möchte ich mich bedanken, eine Arbeit, die wohl Garant fĂŒr vieles Geleistete war. Besonderer Dank gilt Ihnen, Hr. Wirthmann – egal wie viele Irrwege schon gegangen wurden, egal wie viele Abzweigungen und Möglichkeiten fĂŒr den nĂ€chsten Schritt es gab, Sie haben immer versucht, zu begleiten und alle auf dem wichtigen richtigen Weg zu halten. Ich hoffe niemanden vergessen zu haben, der dazu beigetragen hat, dass wir hier feiern dĂŒrfen, weil Ihr , liebe Abiturienten es geschafft habt. Jene, die sich um das leibliche Wohl von uns allen gekĂŒmmert haben, damit Energie da war, erfolgreiche Schritte zu tun  – denen, die mit fĂŒr Ordnung auf den Wegen  sorgten – allen sei an dieser Stelle von Herzen gedankt.

Wenn man auf Wege zurĂŒckblickt, dann stellt man sich die Frage, wie haben wir versucht, zusammen diese gemeinsamen Wege zu beschreiten?

Eine Empfehlung gibt uns dafĂŒr die US-amerikanische Schriftstellerin und LiteraturnobelpreistrĂ€gerin Pearl Sydenstricker Buck, wenn sie sagt:

„Die Jugend soll Ihre Wege gehen, aber ein paar Wegweiser schaden nicht.“

Ist uns das gelungen? Konnten wir beim Einfordern von Regeln, die in einer Schule nötig sind, Euch das wichtige GefĂŒhl geben, dass es um euch und eure Wege geht? Vielleicht habt Ihr, liebe Abiturientinnen und Abiturienten, nicht immer dieses GefĂŒhl gehabt. Wie auf den Straßen mag manches nicht als Wegweiser empfunden worden sein, sondern wurde eher als Gebotsschild oder gar Verbotsschild verstanden. Und manche dieser Gebote mussten sein – und auch Sanktionen, wenn diese nicht beachtet wurden. Doch nicht die Strafe nach einer Verfehlung bringt nach vorn. Viel wichtiger ist die Erkenntnis, wo der Fehler gesteckt hat und die Einsicht, fĂŒr die weiteren Wege den gleichen Fehler nicht mehr zu begehen. Dazu haben wir versucht viel mit Euch zu reden – und wir hoffen, dass auch ihr versuchen werdet an Fehlern weiter zu reifen und zu lernen, außer es gelingt euch sĂ€mtliche Fehler zu vermeiden.

Jetzt kommt es auf euch an – auf euch allein. Der englische Schriftsteller John Ruskin sagt:

„Der höchste Lohn fĂŒr unsere BemĂŒhungen ist nicht das, was wir dafĂŒr bekommen, sondern das, was wir dadurch werden.“

Einen schönen Lohn bekommt Ihr sicher, wenn Ihr das Abiturzeugnis bekommt – aber den höchsten Lohn fĂŒr Eure BemĂŒhungen wĂ€hrend der Schulzeit kann ich Euch nachher nicht ĂŒberreichen.

Im Leben geht es immer um lernen – „Lebenslanges Lernen“ ist ein Begriff, dessen Bedeutung nicht groß genug geschrieben werden kann. Erst wenn Ihr aus dem Abitur etwas gemacht habt, dann erntet Ihr den Lohn, der durch nichts zu ersetzen ist. Und da gibt es viele Wege – viele Wegweiser. Die Anforderungen, die auf Euch zukommen werden, bringen Euch wohl manchmal auf Wege, von welchen euch niemand erzĂ€hlen kann. Technischer Fortschritt, neue Strukturen in der Arbeitswelt, neue Berufszweige- keine beĂ€ngstigenden Inhalte, die die Zukunft bringen wird. Aber das Reagieren auf neue Anforderungen setzt voraus, dass Ihr im Stande seid, selbst Richtungen einzuschlagen, selbst auf Wegen erfolgreich zu gehen – und auch Wege, die problematisch erscheinen, nicht einfach nur meidet, sondernm, dass Ihr Euch ihnen stellt. Auf manchen Wegen umzukehren ist nicht verboten – aber nur, falls er verkehrt erscheint, nicht weil er Anstrengungen erfordert. Die Wege zum Abitur konnten wir begleiten – wir kannten wohl die meisten und wollten Euch mit Gebots- und Verbotsschildern diese nur vereinfachen, nicht einengen. Wenn Konfuzius sagt, dass der Weg das Ziel ist, dann unterstĂŒtzt er die Überlegung, dass die Erfahrungen, die Ihr auf dem Weg zum Abitur sammeln durftet, ein mindestens genauso großer Schatz sind, wie das Zeugnis, welches Euch den erfolgreichen Abschluss der Schulzeit bestĂ€tigt.

Auch Oscar Wilde deutet an, dass neben dem Gelehrten ein zweites Gut aus der Schulzeit mitzunehmen ist:

„Bildung ist bewundernswĂŒrdig, aber man sollte sich von Zeit zu Zeit daran erinnern, dass wirklich Wissenswertes nicht gelehrt werden kann“

Ohne Ausbildung, ohne Erlernen von Inhalten, fehlt die Basis, aus vielen Wegen auswĂ€hlen zu können. Aber wirklich erfolgreiches Gehen lehrt das Leben, das Miteinander. Trotz der Art , wie wir hier in Stein in einem kleinen Dorf leben, hoffen wir , dass es uns gelungen ist, Euch beides zu vermitteln – und eben auch das Miteinander, verschiedene Wege gemeinsam zu gehen.

Ein Rezept, wie man aus dem, was man sich erarbeitet hat, sicher zum Erfolg kommt, schenkt uns Johann Wolfgang von Goethe:

„Erfolgreich zu sein setzt zwei Dinge voraus: Klare Ziele und den brennenden Wunsch, diese zu erreichen“

Viele Ziele der Schule sind vorgegeben – leider haben wir manchmal vermisst, dass ihr fĂŒr diese Ziele wirklich gebrannt habt. Aber als wir Euch heute vor 4 Wochen Eure Ergebnisse der AbiturprĂŒfung bekanntgegeben haben, da durften wir auch von Euren nĂ€chsten Wegen, euren nĂ€chsten Zielen erfahren. Mit welch funkelnden Augen und in welcher Art ihr davon erzĂ€hlt habt zeigt, dass Euch Eure Ziele klar sind – und ich hoffe auch den brennenden Wunsch erkannt zu haben, dass Ihr diese Ziele erreichen wollt. Dann wird es gelingen sie zu erreichen und nicht nur vom Ziel zu profitieren, sondern den Weg dorthin wieder als Lehrpfad wertvoller Erfahrungen Eures Lebens zu empfinden.

Nun kommt er immer nĂ€her, der Höhepunkt dieses Tages, das Ziel des Weges durch Eure Schulzeit. Die Übergabe der Zeugnisse stellt aber auch immer einen Moment des Abschiedes dar.

Die Autorin Christa Schyboll findet in einem Artikel schöne Zeilen, die Abschied und Abschiedsschmerz bewerten:

„Je schmerzlicher ein Abschied, je gehaltvoller die zuvor gestaltete Zeit, in der man gemeinsam gewirkt hat. Vielleicht liegt genau darin das Geheimnis von SĂŒĂŸe und Schmerz zugleich, den so manche Menschen beim Abschied empfinden: Das Gute verlĂ€sst uns, weil wir gemeinsam das Gute geschaffen haben, einzig zu dem Zweck, neues Gutes wiederum mit anderen Menschen zu anderen Zeiten zu schaffen.“

Also nicht traurige Gedanken sollten den Abschied begleiten, sondern das Wissen, dass wir alle neue Wege gehen und jedem wĂŒnsche ich, auf diesen Wegen neue Menschen zu treffen um Gutes zu tun – aber nicht nur neue Menschen. Vielen Steinern gelingt es, dass sie sich auch nach der Schulzeit noch auf manchen Strecken begleiten – und dazu wĂŒnsche ich auch Euch, dass Euch dies gelingt – vor allem wĂŒnsche ich Euch, dass Ihr erfolgreich sein könnt.

Alles Gute – alles GlĂŒck auf Euren weiteren Wegen, egal welchem Wegweiser ihr folgt, welches Gebotsschild zu beachten ist, egal aus welchem Grund Ihr welche Richtung und welche Route wĂ€hlt. Macht etwas aus Euch und Eurem Abitur und behalte uns nicht nur in guter Erinnerung, sondern lasst immer wieder von Euch hören.

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    Mo, 9. Mai 2011